Christine Baum

Christine Baum

 

Christine Baum

Dipl. Sozialpädagogin, Psychiatriediakonin,
Fachpädagogin für Erwachsenenbildung und Freizeitgestaltung
Schwerpunkt Kunstpädagogik
Freie Künstlerin
Initiierung, Anleitung, Begleitung und Reflexion kreativer Prozesse inklusive Projekten

Eigene künstlerische Arbeit: Malerei, Collagen, experimentelles Gestalten, Fotografieren

Christine Baum

Christine Baum

 

1964 in Frankfurt/Oder geboren

1999 – 2001 Wandgestaltung im Gebäude der zentralen Verwaltung der Diakonie- Verbund Eisenach gem. GmbH ( im Zusammenhang mit dem „ Engel der Behinderten“  von HAP Grieshaber ) sowie Außenwandgestaltung eines neuen Wohnheimes für Menschen mit Behinderungen; beide Projekte in Zusammenarbeit mit Tilman Stachat ( Dipl. Holzgestalter, Berlin) – integratives Projekt

2002 Wandgestaltung im OPEL Autohaus Meier – Rehm in Eisenach Integratives Projekt

2010 Wandgestaltung mit Keramikfliesen in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Eisenach, integratives Projekt

2010 – 2011 zweiteiliges Projekt zum Thema“ Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ ( Holz, Metall, Segeltuch) in Zusammenarbeit mit Hardy Raub (Holzgestalter Eisenach), Peter Schäfer ( Metallgestalter, Eisenach), Almuth Lohmann – Zell (Dipl. Keramikerin, Burg Giebichenstein Halle), Petra Schwenzfeier, Dipl. Bildhauerin, Burg Giebichenstein, Halle) und Sibylle Mania (Weimar) – integratives Projekt

2003 – 2011 Konzeption, Aufbau und Leitung einer Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderungen sowie Organisation und Leitung von integrativen Kunstprojekten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern in Eisenach, Gotha ,Sömmerda und Weimar – Holzdorf. Organisation von Ausstellungen und Teilnahme an der Ausschreibung des Lothar Späth – Förderpreises 2006 – 2009 in Wehr ( Südbaden).

ab 2012 in Jena : Arbeit in einer integrativen KiTa; Projekte mit Kindern und Senioren
seit 1.9.2015: Projektkoordinatorin für Jena-inklusiv beim Saale-Betreuungswerk der Lebenshilfe gGmbH Jena

 

Ausstellungen

  • St. Georg Klinikum Eisenach
  • Mühlhausen
  • Hospiz, Bad Berka
  • MEDIAN Klinik, Bad Berka
  • Sparda Bank, Jena
  • Arztpraxis am Ernst-Abbe-Platz 4, Jena

LEBEND ICH SEIN

Der Titel meiner Ausstellung heißt LebendICHsein – diesen Begriff habe in ich in Vorbereitung eines Unterrichtsprojektes mit einer Ausbildungsklasse in der Altenpflege entwickelt. Er begleitet mich seitdem in vielfältiger Weise.

LEBEND ICH SEIN ist kein Schreibfehler. Es geht um Lebendigkeit.
Es geht um das ICH und das SEIN in der Welt. Um mein ICH sein und SEIN in der Welt, um Ausrucksformen meiner Lebendigkeit in all ihren Facetten – etwas sichtbar zu machen, einen Dialog mit dem Betrachter anzuregen, ohne jeden Interpretationszwang! (was wollte uns der Künstler damit sagen?)

Konstantin Wecker singt „ Ich singe, weil ich ein Lied hab“ – ich male und experimentiere mit Farben und Material, weil ich Lust dazu habe, Phantasie und ein inneres Verlangen, meine Lebendigkeit auf diese Weise auszudrücken.
Es ist ein Prozess – ein Weg, der im Gehen entsteht. Oft erkenne ich erst während des Arbeitens oder nach Fertigstellung des Werkes die intensive Auseinandersetzung mit einem Lebensthema.
Viele Bilder sind mit Acrylfarbe, Ölkreiden, Strukturpaste, Siegellack, Graphit und verschiedenen Materialien wie z.B. Draht, Metall oder Stoff gestaltet. Farbschichten sind übereinander gelegt, aufgebrochen – leuchten offen oder geheimnisvoll aus dem Hintergrund. Die Collagen aus Papier, Pappe, Verpackungsmaterial, Fotostücken, Stoffresten u.a, habe ich mit der Nähmaschine genäht und eingerahmt.

Wenn ich mit Farben und Material arbeite, fühle ich mich lebendig. Es beginnt ein Prozess – der Weg entsteht beim Gehen. Manchmal erkenne ich erst bei der Fertigstellung eines Bildes, welch intensive Auseinandersetzung – manchmal mit einem Lebensthema – darin steckt. Und es macht mir einfach Freude! Ich habe Spaß am Arbeiten mit Farben und Material, Spaß am Experimentieren…
Manches Werk erfordert auch eine längere Auseinandersetzung, ein Ringen miteinander (Aufbruch ins Leben) – vor allem beim Übermalen von Bildern. Da ist es wie im Leben – der Schatz und der Schatten meiner Lebensgeschichte begegnen mir auf diese Weise. Es ist viel leichter, ein neues Bild zu malen, als sich mit den festgetrockneten Gegebenheiten auseinanderzusetzen…

Ich habe als Kind schon gern gemalt, kreativ mit allen möglichen Materialien phantasievolle Dinge gestaltet, aber die intensivsten Erfahrungen habe ich in der künstlerischen Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung gemacht. Sie sind für mich wichtige Lehrmeister. Kunst kennt eben keine Behinderung.

In künstlerischen Arbeitsprozessen entwickeln sich nicht nur die Kreativität, sondern auch Schlüsselkompetenzen, die in andere Situationen transferiert werden können.
(Beispiele: mit dem Vorhandenen oder auch aus NICHTS etwas machen, ungewöhnliche Lösungswege suchen, sich mit ganz neuen Situationen auseinandersetzen, den Prozess nicht aufgeben. Etwas am Wegrand beim Wandern finden, scheinbar Nutzloses wird wertvoll…

In der letzten Zeit arbeite ich zunehmend mit Strukturen, Oberflächen und Materialien wie Metall, Rost oder Textilien. Überlagerungen von Farbschichten, Auf- und Umbrüche – immer Bewegung. Und Begegnung. Und Veränderung. Zur Lebendigkeit gehört auch die Dimension der Vergänglichkeit.

Ich wünsche den Betrachtern viele Anregungen- Nachdenken über die eigene Lebendigkeit, vielleicht Ermutigung, die individuelle, vielleicht noch verborgene, vernachlässigte oder noch unentdeckte ( wie auch immer geartete Kreativität ) lebendig werden zu lassen und den Mut, eigene Wege zu finden und zu gehen und auch spannende und bereichernde Dialoge .

Ich bin auch immer an Ausstellungsmöglichkeiten interessiert.

Herzlichen Dank.
Christine Baum, Dezember 2015